Startseite
  Archiv
  What do you like, Darling?
  ♪♪♪
  Gedichte
  Wer nicht liest, ist doof.
  Baggersee - Visuelle Eindrücke
  Stillleben
  DWfB - Das Comeback
  Gästebuch

 
Links
   Aaron
   Franzi
   Teja
   Der beste überhaupt
   Mo's Bilder, Teil 1
   Mo's Bilder, Teil 2

http://myblog.de/herdi

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
And I feel.

Äh, ja, soviel zum Thema, wieder zum Leben erwecken.
Also, zweiter Anlauf.

Was gibt's zu sagen...
Also, ich bin nun offiziell wieder gesund.
Ich habe das Pfeiffersche Drüsenfieber überlebt! Es war nicht immer schön. Husten, Schnupfen, was ist Hunger?!, Müdigkeit trotz zehn Stunden Schlaf. Sozial vollkommen abgeschieden. Nun ja, nicht ganz. Die ein oder andere Person hat dann doch seine/ihre Zeit mit mir verbracht, und dafür bin ich unendlich dankbar. Ich weiß nicht, was ich sonst getan hätte. Ist nämlich kein so schönes Gefühl, wenn eigentlich fast niemand was mit dir unternehmen will, weil man sich ja anstecken könnte. Klar ist eine Gefahr da, aber das macht man doch auch nicht mit Leuten, die bloß eine Erkältung haben. Nun denn, die Leute wissen, denke ich, dass ich sie anspreche. Also, die Leute, denen ich dankbar bin. Namentlich zu erwähnen sind diesbezüglich Manoel, Julie und Essi. Danke!
Dass ich gesund bin (zumindest zu 99%, in 5 Wochen muss ich nochmal hin, es gibt da noch zwei Leberwerte, die
minimal erhöht sind), bedeutet, ich darf wieder arbeiten und meine Geldbörse füllen. In dieser befindet sich noch nicht mal mehr ein Euro. Ganz schön erbärmlich.

Jetzt, so langsam, im Laufe der Zeit, merke ich, wie sich die Veränderungen meiner Selbst während meiner Reise, auf mein Leben hier auswirken. Ich bin nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Nun ja, ich lache noch über den gleichen Mist, bin immer noch absolut verrückt (ich habe "den Schuss nicht gehört"), aber da gibt es auch andere Sachen. Einstellungen.Selbstvertrauen. Egoismus. Dass ich mich einfach auf mich und mein eigenes Urteil verlassen kann und nicht mehr noch die Meinung von anderen brauche, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Früher hätte ich jemanden angerufen, gefragt "Was soll ich machen?" und mich darauf verlassen. Aber jetzt kann ich das selber. Und darauf bin ich irgendwie stolz. Manchmal dieses eine Gefühl, dass man hier nicht hergehört. No I am not where I belong (Dallas Green). Aber es geht nicht wieder weg. Und das tut manchmal verdammt weh. Fühlt sich an, als würde man gern da und da hinlaufen, aber man wird zurückgezogen, sieht noch, wie der Weg aussieht, aber man kann ihn nicht gehen, weil man festgehalten wird. Von einem leeren Konto, der Vernunft, von allem möglichen. Und trotzdem kann man dann, ganz manchmal, froh sein, dass man zu dem glücklichen 1% gehört. Dazu, dass man was gesehen hat von der Welt, eine andere Seite gelesen hat. Und dass man in Gedanken immer wieder reisen kann. Mit dem Unterschied, dass man genau weiß, wie es dort aussieht und man sich nichts ausmalen muss. Manchmal, wenn ich ich die Augen schließe, laufe ich durch die WG in Brisbane. Damit ich's nicht vergesse. Ich laufe durch das Haus, nein, erst am Haus vorbei, schließlich hat für die Tür vorne kaum jemand einen Schlüssel und die Hintertür ist eh immer offen, dann durch die Küche, dann über den Flur und dann in Nadias/mein Zimmer. Dann von da aus in die Küche, die EInkäufe verstauen, Platz schaffen im vollen Kühlschrank, dann zum Chillen auf die Veranda, ein paar Geckos (oder je nach Tageszeit auch Possums) beobachten, durch den einen Raum da wieder rein, Dinner kochen, und dann mit David und Nadia Dinner haben. Ja, doch, manchmal mache ich das. Oder manchmal laufe ich wieder am Strand von Rainbow Beach entlang und grabe meine Füße in den nassen Sand, der unter der Oberfläche ganz schwarz ist und glitzert. Oder ich bin auf Fraser Island, mit verdammt beschissenem Wetter und bin hin und weg, weil dieser See auch bei dunkelgrauen Wolken himmelblau ist. Oder ich bin in Bowen, dem Ort, an dem ich zum ersten Mal Südpazifik genossen habe und vollkommen überwältigt war. Dort habe ich eure Namen in den Sand geschrieben. Oder ich bin in Melbourne, am Federation Square, sehe die Flinder Street Station, diese Kirche da und diese Menschenmengen und den Hungry Jack's, bei dem ich immer auf Toilette war. Und dann denke ich I remember Melbourne... Oder ich bin am Bell's Beach und sehe diese wahnsinnig tolle Landschaft. Manchmal bin ich auch in Sydney und sehe zum ersten Mal das Opera House, und starre es einfach nur an, minutenlang, ohne ein einziges Bild zu machen, denn so werde ich es nie wieder sehen. Sydney hat mich verändert. Stärker gemacht. Oder ich bin in Byron Bay und fühle mich wie in einer anderen Zeit, umgeben von Hippies und in einem der wenigen Orte in Australien, in denen Haschisch wohl so gut wie legal ist. Ja, all das sehe ich manchmal. Und auch, wenn das alles mein Fernweh stärker macht und ich versuche, mich loszureißen, macht es mich auch glücklich, dass ich das alles gesehen habe und immer wieder dahin zurück kann. Kann nicht jeder behaupten. Deshalb der glückliche eine Prozent.

Soviel dazu.
Die Arbeit ruft.

[ Jack Johnson - All At Once ]

30.4.08 17:16
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung